Goldmelisse-Poesien

Die Goldmelisse war das Öl, das uns durch die Aromakunde-Tagung 2013 begleitet hat. In einem Workshop sind kleine Gedichtformen entstanden:

 

 

gelborange

Feuer-Zauber

Feuer du brennst

die Hitze läßt mich

lodern

 

 

 

waldbodenbraun

dunkles licht

zwerge und gnome

kochen gemeinsam mit elfen

himmelblau

 

 

 

orange

das öl

überraschende kreative erfahrung

unerschrocken die herzhöhle betreten

FOHRDE

 

 

 

funkelnd

die Sterne

am Himmel stehn

an den Mond heran

manchmal

 

 

 

hell

unklares Weiß

worauf zu achten

wie komme ich an

Wollen?

 

 

Blank

mein Hirn
wo der Lippenstift?

Meine Kamera will nicht

Tagungsöl

 

 

Herbstbleiern

der Himmel

Wildgänse formieren sich

Sonne lauert im Süden

Sehnsucht

 

 

Rotgrün

mal hin

mal her zurück

Dazugehören oder nicht?

Unerschrockenheit

 

 

Flammenzüngelrotorange

Brennender Balkon

unaufgeregt die Frau

Handelt mit ruhiger Besonnenheit

Öltraum

 

 

 

 

und hier die Poesie von Jürgen Trott-Tschepe

Goldmelisse - Monarda fistulosa

 

Inmitten von wildem Brausen und Toben,

vor unendlich alten Zeiten,

durften edle Wesen begleiten

und in lieblichsten Tönen loben

unter heftigen Wehenschmerzen

die Erschaffung des Erdenmutter Herzen.

 

Feuer und Wasser und Luft und Gestein

Sollten die Gaben der Erde sein,

die sie erhalten -

und mit ihnen durft‘ wieder weitergestalten.

 

Und Allem, dem sie Leben gewährt,

kehrt irgendwann zu ihr selbst zurück,

der Erdenmutter pulsierendes Glück,

auf dass ihr Herz wird ewig genährt.

 

Sie liebt ihre Kinder

Wie ein Herz sein Blute liebt,

sie nimmt sie in Tiefen auf, ihren Winter,

wie sie des Grünens und Blühens Impulse gibt.

 

Inmitten aller Lebenswunden

Ein Liebeslächeln, ein neuer Lebensfunken,

und ein weiteres Herzchen darf schlagen,

vielleicht, um sich selbst einmal zu sagen:

in all das laute Toben und stille Weben

werde auch ich mein ganzes Herzblut geben.

 

© Lebendige Aromakunde